Sie sind hier:
Plütscheid > Gemeinde > Wappen

Wappenbeschreibung-/begründung

Wappen der Ortsgemeinde Plütscheid

Blasonierung:

“In Silber über rotem Antoniuskreuz zweiblättriger Eichenzweig mit fünf gestielten Eicheln”

 

Begründung:

Der Ort unterstand für Jahrhunderte der Herrschaft Schönecken als Lehen von Kurtrier. Sowohl Schönecken wie auch Kurtrier haben als Wappenfarben Rot und Silber. Seit 1730 ist „Antonius der Einsiedler“, dessen Attribut das Tau-Kreuz als Figur in der untern Hälfte des Wappens eingebracht wird, Hauptpatron der Kirche im Ort. Der Eichenzweig, in der natürlichen Farbe Grün, mit zwei Blättern und fünf gestielten Eicheln in der oberen Hälfte des Wappens, soll einmal die fünf Ortsteile -Plütscheid, Atzseifen, Gesotz, Geweberhof und Mauler Mühle, symbolisieren und zum anderen auf früher wichtige Erwerbszweige wie Holzwirtschaft, Lohegewinnung aus Eichenstockeinschlag bei über 50% Waldanteil, und die Eichelmast für Haustiere, so insbesondere der Schweine und speziell auf den Ortspatron bezogen, das Antoniusschwein, hinweisen. Der im 11. Jahrhundert gegründete Antoniterorden verrichtete die Pflege am Kranken. Zum Entgeld diente die sog. "Antoniussau", die von allen Einwohnern durchgefüttert wurde um am Jahresende geschlachtet zu werden. Das Fleisch und Geräucherte selbst oder der Verkaufserlös flossen dem Orden zu. Eine zeitweilig epidemisch auftretende Erkrankung war das "Antoniusfeuer". Den Erkrankten starben Hände und Füsse ab, sowie Ohren und Nasenspitze. Dargestellt auf dem Isenheimer Altar von Matthias Grünewald; "Die Versuchung des hl. Antonius". Es handelte sich hierbei um eine seinerzeit nicht erkannte Vergiftung (Ergotismus) mit starken Pilzgiften, den Ergotaminen oder Mutterkornalkaloiden. Der Pilz Mutterkorn (Secale cornutum) erschien zeitweilig stark gehäuft an der Getreideähre (lat. secale = Roggen) und wurde mit dem Korn ausgedroschen, gemahlen und mit dem Brot verzehrt. Um gehen zu können benutzten die Kranken nach Vernarbung ihrer Wunden Gehhilfen in Form von Unterarmkrücken. Auf alten Darstellungen ist der Stab des hl. Antonius eine solche Krücke, so zu sehen auf einem Relief (15. Jh.) aus der alten Kirche in Irrhausen im Eifelkreis Bitburg Prüm.

Wappenentwurf, Zeichnung und Text: Dr. Christian Credner, Lambertsberg, Waltraud Junk, Josef Kapell und Robert Richter, Plütscheid
genehmigt durch Kreisverwaltung Bitburg-Prüm am 21.11.2007